10.21Was ist ein Insektenhotel
Ein Insektenhotel (auch als Insektenhaus bezeichnet) findet man seit den 90er Jahren vor allem in Gärten, die noch sehr naturnah sind und auch in Schulgärten. Es sind künstlich hergestellte Nistplätze und Überwinterungshilfen für Insekten, die oft hausähnlich aufgebaut sind und eine Dachkonstruktion besitzen.
Ohne viel Aufwand bieten Insektenhotels eine leicht umzusetzende Insektenschutzmaßname, da die natürlichen Lebensräume für diese Insekten durch menschliche Eingriffe in die Natur immer mehr zurückgehen.
Insektenhäuser dienen auch Lehrzwecken. So werden sie zum Beispiel manchen Schulkindern im Rahmen des Unterrichts gezeigt oder auch der breiten Öffentlichkeit in Gartenschauen und Parks zugänglich gemacht. Hier können sich Kinder und Erwachsene praktischen Naturschutz ansehen.
Die Idee eines Insektenhauses ist nicht neu. Schon im 19. Jahrhundert bauten Privatleute in England „Wildbienenkästen“. Ursprünglich waren sie als Beobachtungsmöglichkeit für Wildbienen gedacht.
Welche Insekten nutzen die Insektenhotels?
Zum einen werden Insektenhäuser vor allem für nützliche Insekten gebaut. Hummeln, Wildbienen, Wespen jeglicher Art, Florfliegen oder auch Ohrwürmer zählen zu diesen Nützlingen, denn sie erhalten das ökologische Gleichgewicht, indem sie Pflanzen bestäuben und biologische Schädlingsbekämpfung betreiben.
Zum anderen sind die Insektenhotels aber auch für artgefährdete Insekten gedacht, die teilweise sogar vor der Ausrottung und damit auf der Roten Liste stehen, wie z.B. viele Wildbienenarten.
Bauweise der Insektenhotels
Insektenhotels können unterschiedlich groß und unterschiedlich ausgestattet sein. In (Garten-)Baumärkten gibt es vorgefertigte Bausätze, allerdings lassen sich Insektenhäuser natürlich auch ohne Bausatz herstellen.
Die Insektenhotels können frei stehend sein oder sie sind an Bäumen oder Gebäudewänden angelehnt.
Sie bestehen fast ohne Ausnahme aus Naturmaterialien wie Holz (z.B. Holzwolle, Äste), Stroh und Heu, Schilfrohr, Reisig, Torf, Lehm oder Ähnlichem.
Neben Naturmaterialien finden auch poröse Backsteine oder Terrakottatöpfe Verwendung beim Bau von Insektenhotels.
Vorgespannte Drahtgitter schützen die Insekten vor Vögeln. Eine witterungsbeständige Lasur schützt das Holz vor Nässe. Natürlich müssen alle Füllmaterialien trocken und alle Hölzer frei von Chemikalien sein.
Die Grundform der erhältlichen Bausätze ist meist eine Art rechteckiger Schaukasten mit verschieden großen Fächern, die mit unterschiedlichen Materialien gefüllt werden. Daneben gibt es kleinere Öffnungen, die als Brutröhren dienen. Ein kleines Dach schützt vor Regen.
Damit die Insekten das Insektenhotel annehmen, müssen die Einflugöffnungen sauber herausgearbeitet und sollten für die Tiere gut erkennbar sein. Ebenfalls sollten sie sich auf der wetterabgewandten Seite des Insektenhauses befinden.
Geeignete Standorte
Idealerweise steht das Insektenhaus gleichzeitig an einem vollständig sonnigen, aber witterungsgeschützten Platz, damit es für die Brut ausreichend warm ist. Der Platz sollte vor Wind und Regen bzw. Schnee geschützt sein.
Damit genügend Nahrung für die Insekten vorhanden ist, sollte ein Platz in der Nähe von möglichst vielen Kräutern, blütenreichen Wildpflanzen und heimischen Sträuchern und Bäumen gewählt werden.